Forschungsgrabung 2016 (13.6.-5.7.2016)

Auf der Colline de Paplemont wurde mit Hilfe eines Kleinbaggers ein rund 0.5m tiefer Sondierschnitt angelegt, um möglichst rasch einen Einblick in den Aufbau der Stratigrafie zu erhalten. Dabei wurde die OK einer in den anstehenden Kalkstein eingeschroteten und mit humosem Material verfüllten Grube angeschnitten. Die in der Verfüllung gefundene Keramik spricht für eine spätrömische Zeitstellung. Die unmittelbar westlich liegende Flächengrabung zeigte, dass die spätrömische Grube von einem Splitterboden überlagert wird, im dem sich neben spätrömischen Funden (Keramik, Münzen, Geschossspitze; Kettenhemdfragment) auch (früh-)neuzeitliches Objekte (u.a. Tonpfeifen) fanden.

Vor der Kapelle St. Gilles kam erwartungsgemäss das Fundament der Südmauer der vor 1132 errichteten und 1632 von den Schweden zerstörten Kirche St. Julien zum Vorschein. Eher überraschend war hingegen die Vielzahl der leider weitgehend gestörten und – soweit noch feststellbar – offensichtlich beigabenlosen Bestattungen. Deren zeitliche Einordnung der wird erst möglich sein, wenn die Ergebnisse der C14-Analysen des Skelettmaterials der mindestens 25 Individuen vorliegen. Der Fund eines merowingischen Sarkophags in der Kapelle St. Gilles zeigt aber, dass eine frühmittelalterliche Datierung der Skelettreste aus den (stratigraphisch) älteren) Bestattungen nicht à priori ausgeschlossen ist.

Bei der Freilegung des auf dem Magnetogramm erkennbaren rund 40 m östlich der Kapelle St. Gilles liegenden, rechteckigen Struktur stellte sich heraus, dass es sich um die Überreste eines erstaunlich gut erhaltenen römischen Keller handelte. Auf der Südseite ist das einhäuptige, gegen den Hang gemauerte Mauerkwerk noch ca. 1.80 m über antikem Bodenniveau erhalten, auf der Westseite ist mit bis zu 2 m erhaltenem Mauerwerk zu rechnen. Die erst teilweise untersuchte Verfüllung des rund 8.5 auf 6.5 m grossen Kellers bestand zur Hauptsache aus Mauerschutt. Der untere Teil datiert nach Aussage des spärlichen keramischen Fundmaterials in die spätrömische Zeit, der obere Teil der Verfüllung wurde wahrscheinlich erst im 11./12. Jh. eingebracht.

 

Die Ausgrabung 2016 in der Presse:

Impressionen Forschungsgrabung 2016