Wallbach AG, Stelli

Die (allseitig?) von einem Graben umgebene Anlage befindet sich heute ca. 40 m vom Rhein entfernt und liegt ca. 7 m über dem heutigen Wasserspiegel. Standortentscheidend war sicher die Uferzone, die ein problemloses Anlanden ermöglichte, die 1535 erstmals erwähnte, auf älteren Karten eingezeichnete Furt sowie der Umstand, dass das auf der rechten Rheinseite liegende Tal der Wehra eingesehen werden konnte.

Erste Untersuchungen in der 1871 von F. Keller beschriebenen Ruine erfolgten 1913 auf Veranlassung von K. Stehlin, vollständig freigelegt wurde die Ruine 1949/50; die Restaurierung wurde 1955 abgeschlossen; Nachkonservierungen erfolgten 1971/1972.

Die 2015 begonnen Arbeiten umfassten die Reinigung des Mauerwerks und die Dokumentation der Bausubstanz mit Hilfe von fotogrammetrischen Methoden, kombiniert mit Zeichnungen und 3D-Modellierungen. Bei der Analyse der Mauerschalen zeigte sich, dass die darin verbauten Handquader aus Kalkstein zahlreiche Frostsprengungen aufweisen. Letzteres weil die Fugen seinerzeit mit Portlandzement verschlossen wurden und im Mauerschutt gefundene Handquader verbaut wurden. Des Weiteren wurde festgestellt, dass die Schäden v.a. die modern aufgemauerten Mauerpartien betreffen.

Bautypologisch betrachtet, handelt es sich wohl nicht um einen Turm, sondern um ein massives, wohl mindestens zwei Stockwerke hohes Gebäude mit Innenhof (Atrium), wie sie auch vom spätantiken Donaulimes (z.B. Gunzenhausen, D; Visegrád-Lepence, HU) bekannt sind. Für die Existenz eines galerie-artigen Obergeschosses bzw. eines Innenhofs sprechen die Dimensionen des Mauergevierts (Seitenlänge aussen 17.50 m; innen zwischen 12.78 m und 13.07 m; Mauerstärke ca. 2.30 m) sowie verschiedene, z.T. vor Ort verbliebene Architekturelemente. Der bei der Restaurierung z.T. zugemauerte, z.T. mit roten Sandsteinplatten markierte Eingang befand sich auf der Rheinseite. Seine Breite ist nicht mehr mit Sicherheit zu rekonstruieren; Indizien sprechen aber dafür, dass es sich um ein wohl befahrbares Tor gehandelt hat.

Impressionen 2016