Rheinfelden AG, Pferrichgraben (Rhe.016.01)

Der 1900 von S. Burkart entdeckte und zwei Jahre später z.T. freigelegte Turm besitzt einen rhomboiden Grundriss und steht am Rand der ca. 25 m hohen, steil zum Rhein abfallenden Böschung der Niederschotterterrasse.

1910 führte K. Stehlin weitere archäologische Untersuchungen durch, bei denen auch der auf der Nordseite noch sichtbare Sohlgraben sowie ein darin installierter mittelalterlicher oder neuzeitlicher Kalkbrennofen entdeckt wurden. Weitere Untersuchungen erfolgten 1938 vor der Restaurierung durch die Fricktalisch-Badischen Vereinigung für Heimatkunde; Nachkonservierung im Jahr 1974.

Wichtige Informationen lieferte die im Zuge unserer Recherchen im Fricktaler-Museum in Rheinfelden aufgefundene Dokumentation (Fotografien, Maueransichten, Pläne). Die Fotografien zeigen u.a., dass die Mauerkronen mit Makadam abgedichtet wurden, bevor die aus Kalksteinplatten bestehende, weitgehend intakte Verschleissschicht verlegt worden ist.

Im Hinblick auf die 2017 anstehende Sanierung wurde das Areal ausgerodet, das Mauerwerk gereinigt und umfassend dokumentiert. Dabei kamen fotogrammetrische Methoden kombiniert mit Zeichnungen und 3D-Modellierungen zum Einsatz. Überraschend war, dass sich die Mauerschalen in einem guten Zustand befinden, obschon alle Fugen mit Zement ausgestrichen worden sind und dass sich an der Innenschale der Nordmauer noch Reste des antiken Kalkmörtelverputzes erhalten haben.

Anders als bei den meisten anderen Wachtürmen am Hochrhein liegt der Eingang hier nicht auf der Rhein-, sondern auf der Landseite, d.h. im Osten. Bei der Reinigung der ehemals unter den (antik ausgeplünderten) Türschwellen liegenden OK des Fundaments zeigte sich, dass diese bei der Restaurierung im Originalzustand belassen worden ist. Die äussere (östliche) Schale des Fundaments besteht aus Kalkbruchsteinen, die innere (westliche) aus grossen Kieselwacken, der Kern aus hervorragend erhaltenem, mit Kieselwacken durchsetztem opus caementitium. Gut erhalten sind auch die Negative der in der Übergangszone zwischen Fundament und Aufgehendem verbauten Rundhölzer.

Impressionen Pferrichgragen 2016