Lehrveranstaltungen HS15

Kolloquien

Neue archäologische und naturwissenschaftliche Forschungen

Dozierende: Gerhard Hotz, Stefanie Jacomet, Philippe Rentzel , Brigitte Röder, Jörg Schibler, Peter-Andrew Schwarz, Jean-Marie Le Tensorer
Zeit: Findet im Februar 2016 in Bern statt.
Ort: Bern
ECTS-Punkte: 3

Aus laufenden archäologischen Forschungen

Dozierende: Prof. Martin A. Guggisberg, Prof. Peter-Andrew Schwarz
Zeit: Mi 18:15-20:00 Uhr

Beginn: 23.09.2015
Ort: Rosshofgasse, (Schnitz), Seminarraum S 02
ECTS-Punkte: 3

Im Kolloquium werden aktuelle Forschungsarbeiten von fortgeschrittenen Studierenden und Promovierenden sowie weiteren der Basler Archäologie verbundenen Kolleginnen und Kollegen der Klassischen Archäologie und der Provinzialrömischen Archäologie vorgestellt und diskutiert (Masterarbeiten, Dissertationen, laufende Projekte). Studierende haben die Möglichkeit, sich durch die Moderation von Sitzungen und durch Kurzberichte zu den Referaten aktiv an der Gestaltung der interdisziplinären Veranstaltung zu beteiligen.

Programm [PDF (886 KB)]

Vorlesung

Einführung in die Ur- und Frühgeschichtliche Archäologie

Dozentin: Prof. Brigitte Röder
Zeit: Do 08:15-10:00 Uhr

Beginn: 24.09.2015
Ort: Rosshofgasse (Schnitz), Seminarraum S 01
ECTS-Punkte: 2

Die Vorlesung bietet eine Einführung ins Fach Ur- und Frühgeschichte und behandelt dabei folgende Themen: Grundfragen, Quellen, Arbeitsweise, Erkenntnismöglichkeiten, Geschichte, Berufspraxis und gesellschaftliche Funktionen des Faches. Ausserdem vermittelt die Veranstaltung einen ersten Überblick über die ur- und frühgeschichtlichen Epochen in Mitteleuropa. 

Literatur:
Reinhard Bernbeck, Theorien in der Archäologie. Tübingen/Basel 1997. - Manfred K.H. Eggert, Prähistorische Archäologie: Konzepte und Methoden. Tübingen 2001. - Manfred K.H. Eggert/Stefanie Samida, Ur- und Frühgeschichtliche Archäologie. Tübingen/Basel 2009. - Colin Renfrew/Paul Bahn, Basiswissen Archäologie: Theorie, Methoden, Praxis. Mainz 2009. - Manfred K.H. Eggert/Ulrich Veit/Melanie Augstein (Hg.), Theorie in der Archäologie: zur jüngeren Diskussion in Deutschland. Münster 2013.

Proseminar

Einführung in die Ur- und Frühgeschichtliche Archäologie

Dozentin: MA Anna Flückiger
Zeit: Do 14:15-16:15 Uhr

Beginn: 17.09.2015
Ort: Rosshofgasse (Schnitz), Seminarraum S 02
ECTS-Punkte: 3

Ergänzend zur Vorlesung "Einführung in die Ur- und Frühgeschichte" werden dort besprochene Themen vertieft und diskutiert.

Literatur:
H. J. Eggers, Einführung in die Vorgeschichte. 6. Aufl. (Berlin 2010); M. K. H. Eggert, Prähistorische Archäologie. Konzepte und Methoden. Mit Beiträgen von Nils Müller-Scheeßel und Stefanie Samida. 4. Aufl. (Tübingen 2012); alle 6 SPM-Bände: Die Schweiz vom Paläolithikum bis zum Mittelalter (Basel 1993-2005). Weitere Literatur wird noch bekanntgegeben.

Seminare

Theorie und Praxis disziplinenübergreifender Zusammenarbeit in der Archäologie: Fallbeispiele und Fallstricke aus der Feuchtbodenarchäologie

Dozentin: Prof. Brigitte Röder
Zeit: Fr 14:15-17:15 Uhr

Beginn: 02.10.2015
Ort: Rosshofgasse (Schnitz), Seminarraum S 02
ECTS-Punkte: 3

Interdisziplinarität ist in aller Munde. Deutlich seltener hört man die Begriffe Pluri- / Multi- / Trans- und Postdisziplinarität. Noch seltener wird ausgeführt, was genau die Interdisziplinarität ausmacht, und wie im konkreten Fall die disziplinenübergreifende Zusammenarbeit aussehen soll - und warum. Was sind die Potentiale? Wo werden Grenzen erreicht, und wann und weshalb kann Interdisziplinaität sogar zum Problem werden?
Fallstricke für die gelungene Zusammenarbeit gibt es viele: Fehlendes Verständnis, fehlende Kritik, fehlender Wille, fehlende Umsicht und fehlende Klärungsformen bei Uneinigkeit sind nur die Offensichtlichen. Weniger offensichtlich ist die Gefahr disziplinenübergreifender Zirkelschlüsse, die es zu vermeiden gilt.
Die Feuchtbodenarchäologie ist ein Forschungsgebiet, in das eine Vielzahl von Disziplinen involviert ist und das daher viel Raum für interdisziplinäres Arbeiten bietet. Entsprechend liefert sie auch viel Anlass, über die Potentiale und Grenzen sowie über die praktische Ausgestaltung dieser Zusammenarbeit nachzudenken. Anhand konkreter Fallbeispiele aus der Feuchtbodenarchäologie sollen im Seminar Potentiale und Grenzen, Prozesse und Ergebnisse von disziplinen-übergreifender Zusammenarbeit beleuchtet werden.

Termindaten 2.10., 16.10., 30.10., 6.11., 13.11., 4.12.2015

Literatur:
Niels Bleicher, Altes Holz in neuem Licht. Berichte zu Ufer- und Moorsiedlungen Südwestdeutschlands V. Stuttgart 2009, S. 13-18. - Miriam Haidle, Interdisziplinarität in der Archäologie: Eine Notwendigkeit? Arch. Inf. 21,1. 1998, S. 9-20. - Andrea Maihofer, Disziplin - Disziplinierung - Habitualisierung. In: Balz Engler (Hg./éd.) Disziplin - Discipline. 28. Kolloquium (2013) der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften / 28e colloque (2013) de l'Académie suisse des schiences humaines et sociales. Fribourg 2014, 57-75. - Stefanie Samida, Manfred Egger,. Archäologie als Naturwissenschaft?: Eine Streitschrift. Berlin 2013. - E. Vogt, Pfahlbaustudien. In: W. U. Guyan, H. Levi, W. Lüdi et al. (Hrsg.), Das Pfahlbauproblem. Monographien zur Ur- und Frühgeschichte der Schweiz 11 (Basel 1955) 119?219. - Verena Winiwarter, Disziplinare (Um-)weltbilder: Zur Verständigung zwischen Biologie und Geschichtswissenschaften. In: Winiwarter, Verena, Wilfing, Harald, (Hg.), Historische Humanökologie: Interdisziplinäre Zugänge zu Menschen und ihrer Umwelt, WUV-Facultas, Wien 2002, S. 197-223.

Das war schon immer so!? Identitätspolitik mit Kulturen der Vergangenheit

Dozierende: Dr. Hans-Hubertus Münch, Prof. Brigitte Röder
Zeit: Do 14:15-16:00 Uhr

Beginn: 17.09.2015
Ort: Rosshof, Tagungsraum 306
ECTS-Punkte: 3

Geschichte ist ein soziales Konstrukt, das den Sinnbedürfnissen der jeweiligen Zeit gehorcht. Entsprechend gibt es auch weder die eine ?wahre? Geschichte, noch ist Geschichte neutral oder gar objektiv. Geschichte kann auch gezielt politisch instrumentalisiert werden - z.B. um mit teils "erfundenen" Traditionen und dem Rückgriff auf (imaginierte) Kulturen der Vergangenheit in der Gegenwart Identitätspolitik zu betreiben. Die Rolle der "Helvetier" für den Aufbau einer Schweizer Identität in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist ein bekanntes Beispiel für dieses Phänomen.
Doch das Thema ist nicht nur forschungsgeschichtlich interessant, sondern auch heute hochaktuell. Das belegen weltweit zahlreiche Identitätskonflikte, in denen auf Kulturen der Vergangenheit rekurriert wird, oder auch Bemühungen, moderne politische Konstrukte mit "historischer Tiefe" zu versehen. So wird mit dem Verweis darauf, dass Europa "schon immer" eine "kulturelle Einheit" gewesen sei, der Aufbau einer "europäischen Identität" gefördert.
Im Seminar werden Fallbeispiele analysiert, um zu verstehen, wie mit Rückgriffen auf Kulturen der Vergangenheit Identitätspolitik, d.h. eine Politik der In- und Exklusion, betrieben wird.

Literatur:
HOBSBAWM, ERIC (2004) Introduction: Inventing traditions. In: DERS./RANGER, TERENCE (Hrsg.) The invention of tradition. Cambridge: CUP, 1-14. - INSOLL, TIMOTHY (Hrsg.) (2006). The Archaeology of Identities: A Reader. London: Routledge. - MARCHAND, SUZANNE L. (2010). German Orientalism in the Age of Empire: Religion, Race, and Scholarship. Cambridge: CUP. - MESKELL, LYNN (Hrsg.) (1998). Archaeology Under Fire: Nationalism, Politics and Heritage in the Eastern Mediterranean and Middle East. London: Routledge. - SMITH, ANTHONY D. (1991). National Identity. Reno: University of Nevada Press.

Forschungsseminar

Erarbeiten einer interdisziplinären Synthese zum archäo(bio)logischen Fundmaterial aus der Latrine (MR 6/32) in der Unterstadt von Augusta Raurica

Dozierende: lic.phil. Sandra Ammann, Prof. Peter-Andrew Schwarz
Zeit: Mo 16:15-18:00 Uhr

Beginn: 14.09.2015
Ort: Rosshofgasse (Schnitz), Sitzungraum S 181
ECTS-Punkte: 3 

Im Rahmen der LV soll das archäo(bio)logische Fundmaterial aus den Latrinenschichten im Schacht MR6/MR 32, das im Rahmen der Forschungs- und Lehrgrabung Kaiseraugst-Wacht 2012 geborgen und in den vergangenen Semestern im Rahmen von archäo(bio)logischen Blockkursen analysiert und katalogisiert worden ist, für die Publikation in den "Jahresberichten aus Augst und Kaiseraugst" vorbereitet werden (Redaktionsschluss = 31.12.2015).
Im Rahmen des Seminars sollen in erster Linie die Ergebnisse der Befundauswertung sowie die Kommentare und Kataloge zum archäologischen Fundmaterial sowie die Ergebnisse der naturwissenschaftlichen Einzeluntersuchungen (Tierknochen, Makroreste, Holzreste und Parasiten) eingehend diskutiert und eine interdisziplinäre Synthese der Auswertungsergebnisse erarbeitet werden.

Literatur:
C. Grezet et al., Vorbericht der Grabung Kaiseraugst-Wacht 2012. Jahresber. Augst u. Kaiseraugst 34, 2013, 41-91 bes. 64-65.

Übung

Prospektion in einer antiken Grossstadt - Methoden und Fallbeispiele aus Augusta Raurica

Dozent: Prof. Peter-Andrew Schwarz
Zeit: Mo 08:15-10:00 Uhr

Beginn: 14.09.2015
Ort: Rosshof, Labor 006
ECTS-Punkte: 3 

Die Übung ist in zwei Teile gegliedert. In einem theoretischen Teil sollen einerseits die verschiedenen Prospektionsmethoden (Bodenradar, Rammkernbohrungen, Luftbildarchäologie, Geoelektrik, Geomagnetik, Feldbegehungen etc.), die in den vergangen Jahren zu einer ?Verdichtung? des archäologischen Gesamtplan geführt haben analysiert und diskutiert werden.
Im praktischen Teil soll ? in enger Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen in Augusta Raurica und mit Ehrenamtlichen, die für die Kantonsarchäologie BL und Augusta Raurica tätig sind ? das Areal des zukünftigen Sammlungszentrums in der Flur Schwarzacker prospektiert werden.
Gearbeitet wird einerseits mit Metalldetektoren, andererseits aber auch mit dem Tachymeter, GPS-Geräten und dem Handmagnetometer. Das relativ übersichtliche Gelände und der hervorragende Forschungsstand in Augusta Raurica bietet eine ideale Gelegenheit, die Zuverlässigkeit der eingesetzten Methoden und Geräte zu überprüfen (z.B. Messgenauigkeit der GPS-Geräte; Zuverlässigkeit des Handmagnetometers).

Literatur:
L. Berger (mit Beitr. v. Th. Hufschmid, Gemeinschaftsbeitr. v. S. Ammann/L. Berger/P.-A. Schwarz u. Beitr. v. U. Brombach), Führer durch Augusta Raurica (7. Auflage Basel 2012).
A. R. Furger, Prävention und Prospektion. Arch. Schweiz 26/2, 2003, 77 (Sondernummer Augusta Raurica).
J. Leckebusch, Dreidimensionale Prospektion mit Hilfe von Bodenradar (GPR) in Augusta Raurica (insulae 34, 35, 36, 40, 41 und 42). Jahresber. Augst u. Kaiseraugst 22, 2001, 51?70.
P.-A. Schwarz, Der «Spezialfall» Augusta Raurica ? Prospektion in einer römischen Grossstadt. Arch. Schweiz 17, 1994, 36-40.
J. Leckebusch/J. Rychener, Kein gläserner Boden? Ein kritischer Vergleich zwischen Bodenradardaten und Ausgrabungsresultaten in der römischen Stadt Augusta Raurica. Jahresber. Augst u. Kaiseraugst 25, 2004, 197-214.

Praktika

Auswertung von Funden und Befunden aus der Grabung Frick-Gänsacker

Dozierende: lic.phil. Jakob Baerlocher, PD Dr. Sabine Deschler-Erb
Zeit: Blockkurs vom 18.-22. Januar 2016, jeweils 8-17h
ECTS-Punkte: 3 

Die Grossgrabung Frick-Gänsacker 2013-2014 der Kantonsarchäologie Aargau erbrachte eine Vielzahl an Siedlungsbefunden und Funden. Besonders interessant sind mehrere Gruben, die zu den ältesten Phasen (1. Jh. n. Chr.) gehören. Im Rahmen dieses Blockkurses sollen sowohl die Befunde als auch die archäologischen sowie die archäozoologischen Funde daraus untersucht werden.

Literatur:
Wird noch bekannt gegeben.

Archäologische Prospektionen im Brüniggebiet

Dozenten: Dr. Patrik Nagy, Dr. Daniel Schuhmann, Prof. Peter-Andrew Schwarz
Zeit: Blockveranstaltung im September 2015
ECTS-Punkte: 2

Die Arbeitsgemeinschaft Prospektion (AGP) führt in Zusammenarbeit mit der Vindonissa-Professur zwischen dem 9. und 13.09.2015 den 4. Prospektions-Feldkurs im Gebiet des Brünigpasses (OW/BE) durch.
Schwerpunkt der Prospektionskampagne 2015 bilden die Untersuchungen im Bereich der Burgkapelle (Gde. Lungern, OW) und des ?Schäntzli Nydegg? (Gde. Meiringen, BE) bilden. Parallel dazu sollen in den noch nicht untersuchten Arealen im Bereich des Brünigtals und der Passhöhe intensive Prospektionsgänge mit dem Metalldetektor durchgeführt werden. Nach dem (vorläufigen) Abschluss der Feldarbeiten sollen die seit dem Jahr 2012 gewonnen Informationen in einer synthetischen Überblicksdarstellungen zusammenfassend gewürdigt und im Frühjahr 2017 im Rahmen einer Ausstellung im Historischen Museum Obwalden der breiteren Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Literatur:
Nagy, P./Schwarz, P.-A. (2013) Archäologische Prospektionen im Kanton Obwalden. Vorbericht zur Kampagne 2012. JbAS 96, 2013, 152-164.
Nagy, P./Schwarz, P.-A. (2014) Archäologische Prospektionen im Kanton Obwalden. Vorbericht zur Prospektionskampagne 2013. JbAS 97, 2014, 180-194.
Nagy, P./Schwarz, P.-A. (2014) , Archäologische Prospektionen im Brüniggebiet. Vorbericht zur Prospektionskampagne 2014 in Lungern (OW) und Meiringen (BE). JbAS 98 2015, 154-174.

Grabung, Museum, Öffentlichkeitsarbeit

Dozentin: Prof. Brigitte Röder
Beginn: 14.09.2015
ECTS-Punkte: 6

Siehe M.A.-Ordnung; die konkreten Ziele werden in diesem Rahmen individuell vereinbart.

Exkursionen

Es finden regelmässig Wochenend-Exkursionen statt. Sie werden in Kooperation mit der Integrativen Prähistorischen und Naturwissenschaftlichen Archäologie (IPNA) organisiert und können auf deren Internetseite eingesehen werden.